Fotogalerie 8,8 cm Flak:
Allgemeines
in Stellung
Der Erdkampf
Der Sockel 
Das Behelfslafettenkreuz
 

8.8 cm photo gallery:
General
In position
The ground combat
The pedestal mount 
The "Behelfslafettenkreuz"
 


Einige Gedanken zur Fahrbarmachung ortsfester 8,8 cm Flak 37 mit Behelfslafettenkreuz

 Vorbemerkung:

Dieser kurze Aufsatz soll die Rolle der 8,8 cm Flak-Batterien bei der Verteidigung deutscher Großstädte und Industrieanlagen nur kurz beleuchten. Auch die Schilderung der Verwendung gegen Befestigungen und Bunker, und später gegen schwere Feindpanzer kann nicht in die Tiefe gehen. Um dieses Thema vollständig zu beleuchten, wären weitere Recherchen notwendig.

 Die Rolle der 8,8 cm Flak im 2. Weltkrieg wird oft überschätzt. Bereits frühzeitig haben sich diverse hartnäckige Legenden gebildet. Ironischerweise haben die Alliierten wesentlich dazu beigetragen. Ihr Unvermögen, die „beste deutsche Allzweckwaffe“ (Englisches Originalzitat) während der Wüstenkämpfe in Nordafrika artilleristisch zu bekämpfen, machte die hohen Abschusserfolge der Flugabwehrwaffe gegen Panzer möglich. In England machte die Losung
„88mm - anti-tank, anti-aircraft and anti-social“  die Runde.

 Unbestreitbar ist, dass die rasante Waffe schon früh zur Panzerabwehr eingesetzt wurde. Der erste offensive Einsatz wurde aus dem Polenfeldzug gemeldet, wo die Waffe auf s. Zugkraftwagen 12 to (Sd.Kfz. 8) verlastet wurden, der eigentliche Einsatzzweck war die Bekämpfung von befestigten MG-Stellungen. Diese frühen leicht gepanzerten Selbstfahrlafetten wurden noch vor dem Angriff auf Polen der Pz.Jg.Abt. 8 zugeteilt und scheinen sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten in Polen und während der Invasion von Frankreich bewährt zu haben. Die parallel dazu entwickelten 8,8 cm Flak für Erdeinsatz auf Kreuzlafette, die von einer gepanzerten Zugmaschine in den Einsatz gezogen wurden, waren hingegen nicht besonders beliebt.

 Der Angriff auf Russland verlangte den unvorbereiteten Flakbatterien einiges ab. Die Bekämpfung der neuen, schweren russischen Panzer (KW I und II) war nur schwer möglich, s. 10 cm Kanonen oder aber 8,8 cm Flak mussten hinzugezogen werden. Auch später in Afrika begleiteten die 8,8 cm Flak die Angriffe, und sorgten aus der Flanke für „panzerfreies“ Gelände.

 Dies sicher nicht aufgrund der Qualität der Waffe, sondern vor allem dank des kompromisslosen Einsatz der Flakartilleristen in ständiger Lebensgefahr.

 Im Reichsgebiet wurden große Mengen schwerer Flak zur Verteidigung von Industrieanlagen und Verkehrsknotenpunkten zusammengefasst. Belastbare Informationen, wie viele Batterien/Geschütze Städte wie Hamburg schützen sollten, liegen dem Autoren nicht vor.

 Die 8,8 cm Flak wurden in Batterien zu je 4 Geschützen zusammengefasst. Diese wurde in der Regel von einem Kommandogerät geleitet. Grundsätzlich wurde unterschieden zwischen verlastbaren (v) und ortsfesten (o) Batterien. Die Flakbatterien (v) wurden teils in offenen Feuerstellungen verwendet, wurde jedoch auch in befestigte Stellungen eingegraben. Diese Flakgeschütze konnten mittels der verfügbaren Zugmaschinen und Sonderanhänger leicht verlegt werden. Materialengpässe haben früh dazu geführt, das 8,8 cm Flakgeschütze fest in Betonfundamenten eingebaut wurden. Diese Geschütze hatten einen höheren Sockel, was das Laden bei höchsten Erhöhungen erleichterte. Ein Problem war jedoch die erzwungene Immobilität.

 Zum Ende des Krieges wurden viele Flakbatterien nach Osten verlegt um behelfsmäßige Pakfronten aufzubauen. Alleine aus dem Raum Berlin und Hamburg wurden 110 schwere Batterien abtransportiert, oft unter abenteuerlichen Umständen. Besonders die ortfesten Batterien bereiteten Probleme, erst spät wurde geeignetes Gerät entwickelt.

 Das Heerestechnische Verordnungsblatt Nr. 895 vom 20.11.1944 kündigte die Einführung von Gerät zur Fahrbarmachung ortsfester 8,8 cm Flak 37 an:

 8,8 cm Flak 37 (ortsfest):

Hier:
Fahrbarmachung ortsfester 8,8 cm Flak 37 mit Behelfslafettenkreuz

 I.

Zur schnellen Bildung von Flakschwerpunkten ist ein Behelfslafettenkreuz für die 8,8 cm Flak 37 (o) entwickelt worden. Seine Einführung erfolgt demnächst. Nachstehend wird eine „Anleitung zum Aufsetzen einer 8,8 cm Flak 37 (o) auf das Behelfslafettenkreuz für 88 cm Flak 37 (o)“ bekanntgegeben.

Anleitung zum Aufsetzen einer 8,8 cm Flak 37 (o) auf das Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 (o)

Werkzeuge: Schraubenschlüssel 46 mm, Hebebäume, Bohlen

1.  Behelfslafettenkreuze für 8,8 cm Flak 37 mit abgenommenen Seitenholmen auf einer möglichst geraden und festen Bodenunterlage in Stellung bringen und durch die Horizontierungsspindeln annähernd waagerecht stellen. Um ein Kippen des Behelfslafettenkreuzes zu vermeiden, ist dieses durch Verkeilen auf Seitenholmstümpfe festzulegen.

2. Bohlen über den Vorder- und Hinterholm legen. Um ein starkes Durchbiegen oder Brechen der Bohlen zu vermeiden, sind diese entsprechend zu verkeilen.

3. Geschütz 8,8 Flak 37 (o), fahrbar gemacht durch den Transportrahmen und Sonderanhänger, über das Behelfslafettenkreuz hinwegfahren.

4.  Die Bohlen sind nun beiseite zu legen, das Behelfslafettenkreuz mit den Hebebäumen so zu verschieben, dass die Bohrungen der Sockelplatte mit den Bohrungen des Behelfslafettenkreuzes übereinstimmen. Damit alle ortsfesten Sockelgeschütze in gleicher Winkelstellung auf dem Behelfslafettenkreuz stehen, muß die Bohrung unter der rechten Tragetasche des ortsfesten Sockels (in Richtung Anschlusskasten für Übertragungsgerät 37 gesehen) mit der Bohrung zwischen Hinterholm und linkem Seitenholm (ungefähr 22° aus der Mittellinie der Längsholme versetzt) übereinstimmen. Hierbei ist als Hinterholm derjenige bezeichnet worden, der die Rohrstütze aufnimmt.

5.  Geschütz durch Hubwinden am Sonderanhänger herablassen, den Transportrahmen zerlegen und entfernen, das Geschütz durch die 8 Sockelschrauben auf dem Lafettenkreuz festschrauben und sichern.

6.  Seitenhome anbringen.

 II.

Eine Anleitung über das Horizontieren einer 8,8 cm Flak 37 (o) auf dem Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 (o) befindet sich in Bearbeitung. Ihre Bekanntgabe erfolgt demnächst.

 III.

Ausstattung der Feldeinheiten der Heeres - Flakartillerie ist nicht vorgesehen. Ausstattung der Heeres - Flakartillerie. - Ausbildungsbatterien erfolgt wahrscheinlich 1945.

 O.K.H. (Ch. Rüst und BdE), 20.11.44) - 73 AHA/IN 13 III

 Somit ist zum Behelfslafettenkreuz Folgendes festzustellen:

 1.  Die 8,8 cm Flak 37 (o) wurden durch einen Transportrahmen in die Stellungen hereingefahren. Dieser Rahmen wurde in die Aufnahmetaschen des Sockel gesteckt, und dann montiert. Mittels Sd. Anh. wurde dieser mitsamt der 8,8 cm Flak fahrbar gemacht.

2.  Das Behelfslafettenkreuz diente als Behelfslafette für die fehlende Kreuzlafette der orstfest eingebauten 8,8 cm Flak 37 (o), war also keine „Kriegslösung“, die aus Gründen von Materialengpässen hergestellt wurde.

3.  Die Nutzung des Behelfslafettenkreuzes für andere Waffen (10,5 cm Flak 39 und andere) ist durch zahlreiche Fotos belegt. Weitere Informationen sind mir bis dato nicht bekannt.

Some thoughts on making the static 8.8 cm Flak 37 mobile using Behelfslafettenkreuz

 Preliminary note:

This short essay shall only explain the introduction of the Behelfslafettenkreuz which was intended to make mobile the static heavy flak. The important role of the 8.8 cm Flak in defending German cities, industrial sites and traffic junctions will be dealt with only marginally. The same applies to its important use against ground targets like bunkers and, later, heavy tanks. Much more research will be necessary to track down those complex topics.

 The 88´s way to ground combat at the end of WW II

 Generally speaking, the value of the 8.8 cm Flak has been overstated since WWII times. Persistent legends were already created at an early date.  Ironically, the Allies took a considerable part in this. Their inability to defeat the „best German multi-purpose gun“ (English original quotation) during the desert fighting in North Africa allowed this anti-aircraft weapon to make high scores when fighting tanks. In England the motto „88mm - anti-tank, anti-aircraft and anti-social“  arose.

It is undisputed that this high-velocity anti-aircraft gun was used against atypical targets quite early in the war. Its first offensive combat was reported during the Polish campaign, when the 8.8 cm Flak mounted on s. Zugkraftwagen 12 to (Sd.Kfz. 8) was originally intended to defeat fortified enemy positions. These early, lightly-armoured SP guns were allotted to Pz.Jg.Abt. 8, where they apparently performed well during the invasion of Poland and later in France. On the other hand, another solution - a number of 8.8 cm Flak on the standard cruciform mount intended for ground combat were modified and towed by armoured Sd.Kfz. 7 half tracks - did not meet expectations. Nevertheless large numbers of French heavy tanks like the B1 were fought by the Flak guns.

 The onslaught on the Soviet Union demanded much of the heavy Flak batteries. Combat against the new heavy Russian tanks (KV I and II) was difficult, the heavy 10 cm Kanone and even the 8.8 cm Flak had to be drawn into this task. Later, in North Africa, the  guns accompanied Rommel’s advances on the flanks to provide panzerfreies terrain.

 It certainly was not only the quality of the gun, but first and foremost the tough-minded combat of thousands of Flakartilleristen risking their own lives, which created these legends.

 In the Reich great numbers of heavy Flak guns were employed around industrial plants and at traffic junctions. However the author cannot give exact data about how many batteries were used to defend cities like, for instance, Hamburg. Normally four 8.8 cm Flak guns were allotted per battery. These were controlled by a Kommandogerät. A distinction made between verlastbare (v) - mobile, and ortsfeste (o) static batteries. The batteries (v) were deployed either in open or dug in positions but, using tractors and the Sd.Anh. 201 or 202 trailers, the guns could rapidly change position. Possibly due to material shortages, unknown numbers of 8.8 cm Flak were mounted in static positions. These guns had a higher pedestal mount making loading at high angles more convenient. However, their enforced immobility was a problem.

Towards the end of the war many Flak batteries were redeployed to the East to establish makeshift Pak fronts. 110 heavy batteries were hauled away from the Hamburg and Berlin regions alone, often under strange circumstances because of the missing tractors. The static Flak guns caused a lot of trouble in this, and suitable transport means were developed rather late. Heerestechnische Verordnungsblatt (army technical bulletin) Nr. 895 of 20.11.1944 announced the introduction of new material to enable transportation of the static 8.8 cm Flak 37:

 8,8 cm Flak 37 (ortsfest):

Mobilisation of orstfeste 8,8 cm Flak 37 using the Behelfslafettenkreuz (expedient cruciform mount)

 I.

To enable quick formation of anti-aircraft focal points a Behelfslafettenkreuz für die 8,8 cm Flak 37 (o) was developed. Its introduction is pending. Instructions for mounting an 8,8 cm Flak 37 (o) onto the Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 (o) are given below.

Instructions for mounting an 8,8 cm Flak 37 (o) onto the Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 (o)

Tools: 46 mm wrench, levers of the Sd.Anh., wooden planks

1.  Positioning the Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 with demounted side arms on a horizontal and firm base, leveling should be achieved using the levelling jack. To prevent the carriage from tipping sideways while loading, the carriage stubs should be thoroughly supported..

2.  Planks have to be positioned over the frontal and rear bottom carriage arm. To prevent the planks from bending, they have to be supported.

3.  8,8 Flak 37 (o) gun, made mobile by the Transportrahmen und Sonderanhänger (transport frame and trailer), must be moved over the Behelfslafettenkreuz.

4.  After removal of the planks the Behelfslafettenkreuz must be shifted with the levers in such a way that the bolts of the pedestal fit in the respective holes of the Behelfslafettenkreuz…

5.  Lowering of the gun by the winches of the Sonderanhänger, demounting and removing the Transportrahmen, then fixing and securing of the 8 pedestal bolts.

6.  Fixing of the side arms

II.

An instruction for the levelling of the 8,8 cm Flak 37 (o) auf dem Behelfslafettenkreuz für 8,8 cm Flak 37 (o) is in progress. It will be published soon.

 III.

Allocation (of Behelfslafettenkreuze) to army anti-aircraft artillery field units is not scheduled. Allocation to anti-aircraft artillery training units will probably be effected in 1945.

 O.K.H. (Ch. Rüst und BdE), 20.11.44) - 73 AHA/IN 13 III

Hence it can be stated that

 1.  The Behelfslafettenkreuz served as an expedient substitute for the missing cruciform carriage of the stationary 8.8 cm Flak 37 (o). Thus it was no “late war solution” replacing the carriages during production of the standard 8,8 cm Flak.

2.  The 8.8 cm Flak 37 (o) was transported into its position using a Transportrahmen (transport frame). This frame was pushed into the retainer U-beams of the pedestal, and then fixed. Using the Sd.Anh. 203 the gun was then made mobile. The Behelfslafettenkreuz allowed mobile combat.

3.  The use of the Behelfslafettenkreuz for other guns (10.5 cm Flak and others) is documented, but was not its intended purpose. Further information is not available at this time.